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h ach KOMM; hör AUF mit dem klEInkram. Die Partikel komm zwischen Interjektion und Diskursmarker

  • Der vorliegende Beitrag beschreibt das Formen-, Funktions- und Bedeutungsspek-trum der Partikel komm im gesprochenen Deutsch. Die Untersuchung zeigt, dass sich alle Verwendungen auf eine gemeinsame Grundfunktion zurückführen lassen, die als 'Aufforderung zum Aktivitätswechsel mit Appell an den common ground' bezeichnet wird. Es wird gezeigt, dass sich weitere, in der Literatur häufig der Partikel selbst zugeschriebene Bedeutungsbestandteile aus dem syntaktischen und sequenziellen Kontext ergeben. Verschiedene Kontexte lassen verschiedene Aspekte des Aktivitätswechsels salient erscheinen, so dass die Aufforderung ent-weder den Beginn einer neuen Handlung oder das Beenden einer vorausgehenden Aktivität fokussiert. Außerdem wird diskutiert, welcher Subklasse der Diskurspartikeln sich komm zuordnen lässt. Es zeigt sich, dass sowohl Merkmale von Dis-kursmarkern als auch von Interjektionen vorliegen, dass die Partikel aber auch von den prototypischen Vertretern beider Kategorien abweichende Merkmale zeigt, so dass vorgeschlagen wird, auf eine Klassifikation unterhalb der Ebene der Diskurspartikel zu verzichten, solange nicht weitere von Imperativen abgeleitete Partikeln (z.B. warte, sag mal) empirisch untersucht sind, mit denen komm möglicherweise eine eigene Subklasse bildet.
  • This contribution describes the formal and functional range of the discourse particle komm ('come on') in spoken German. It will be shown that the particle has an underspecified meaning; it is always used to request or mark a change in activity and the requested activity is taken to be common ground by the speaker. It will be argued that further functions that have been attributed to the particle itself in the literature can be explained by the syntactic and sequential context. In some con-texts the beginning of a new activity is salient, while others focus the completion of an ongoing activity, depending on the linguistic material that follows or pre-cedes the particle as well as the preceding, ongoing or next relevant non-verbal actions or activities. It will also be discussed which subclass of discourse particles komm can be argued to belong to. It exhibits some features of discourse markers as well as interjections, but also lacks defining features of both categories. There-fore, it will be concluded that a classification in one of those categories must be dispensed with until further particles that have their origins in imperatives (e.g. warte, 'wait'; sag mal, 'say') have been investigated empirically as they might form a separate subclass of discourse particles.

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Metadaten
Author:Nadine Proske
URN:urn:nbn:de:bsz:mh39-43500
Parent Title (German):Gesprächsforschung - Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion.
Document Type:Article
Language:German
Year of first Publication:2014
Date of Publication (online):2015/11/10
Publicationstate:Veröffentlichungsversion
Reviewstate:Peer-Review
Tag:Diskursmarker; Gesprächspartikel; komm
discourse marker; discourse particle; interjection; mperative
GND Keyword:Deutsch; Gesprochene Sprache; Imperativ; Interjektion
Volume:15
First Page:121
Last Page:160
Dewey Decimal Classification:400 Sprache / 400 Sprache, Linguistik
BDSL-Classification:Sprache im 20. Jahrhundert. Gegenwartssprache
Leibniz-Classification:Sprache, Linguistik
Linguistics-Classification:Gesprächsforschung / Gesprochene Sprache
Open Access?:Ja
Licence (German):Es gilt das UrhG