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Sprachwandel und sprachliche Unsicherheit. Der formale und funktionale Wandel des Genitivs seit dem Frühneuhochdeutschen

  • Aus der Perspektive der Sprachbenutzerinnen ist der Genitiv vom Sprachverfall bedroht. Jedoch lässt sich in der Geschichte des Deutschen kein geradliniger Abbau nachweisen. Die kurze Genitivendung -s (aus -es) setzte sich zwar schon im Frühneuhochdeutschen als die häufigere Variante durch, im weiteren Sprachwandel entwickelte sich dann aber eine komplex gesteuerte Variation beider Endungen. Mit dem Abbau des verbalen und attributiven Genitivs gehen zwar wichtige Funktionsbereiche verloren, doch zeichnet sich in der neuesten Sprachgeschichte ein unerwarteter Aufbau des Genitivs als Präpositionalkasus ab. In diesem Beitrag wird dafür plädiert, dass die formale und funktionale Entwicklung des Genitivs stark durch sprachliche Unsicherheit beeinflusst wurde und wird, die eine Reaktion auf bestehende Varianz darstellt. Es wird dafür argumentiert, dass die stilistische Aufwertung der langen Genitivform und des Genitivs gegenüber dem Dativ den Sprach-wandel aufhält bzw. sogar in eine andere Richtung lenkt.

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Metadaten
Author:Renata Szczepaniak
DOI:https://doi.org/10.1515/9783110343007.33
Parent Title (German):Sprachverfall? Dynamik - Wandel - Variation
Series (Serial Number):Jahrbuch / Institut für Deutsche Sprache (~ 2013)
Publisher:de Gruyter
Place of publication:Berlin [u.a.]
Editor:Albrecht Plewnia, Andreas Witt
Document Type:Part of a Book
Language:German
Year of first Publication:2014
Date of Publication (online):2018/12/05
Publicationstate:Veröffentlichungsversion
Reviewstate:(Verlags)-Lektorat
GND Keyword:Genitiv; Sprachgeschichte; Sprachvariante; Sprachwandel
First Page:33
Last Page:49
Dewey Decimal Classification:400 Sprache / 430 Deutsch
BDSL-Classification:Deutsche Sprachgeschichte / Entwicklung der deutschen (nhd.) Literatursprache bis zum 19. Jh.
Leibniz-Classification:Sprache, Linguistik
Linguistics-Classification:Sprachgeschichte
Open Access?:Ja
Licence (German):Es gilt das UrhG