Informatisch und andere Wiedergänger, oder: Wörter, die es zweimal gab. (Aus der Rubrik „Wörter und Wörterbücher“)
- Historische Ereignisse, sich wandelnde gesellschaftliche Begebenheiten, politische Neuerungen, soziale Beziehungen, technische Innovationen, neue Trends in Mode, Sport, Ernährung – als Sprachteilhabende kommunizieren wir zu all diesen und weiteren Themen und verwenden dabei eine Vielzahl an Wörtern und festen Wendungen. Im alltäglichen Sprachgebrauch ergeben sich dabei unterschiedliche Fragen. So möchte man etwa wissen, ob es angemessen ist, ein Wort zu verwenden, oder welche Geschichte hinter einer Wendung steckt. Manchmal hört bzw. liest man ein Wort, das man noch nicht kennt oder bei dem man sich unsicher ist, wie man es schreibt bzw. spricht, oder was es bei seiner Verwendung zu beachten gilt. In solchen Fällen schlägt man am besten in einem Wörterbuch nach. Dabei stellen sich ggf. weitere Fragen, z. B. welche Quellen für ein solches Nachschlagewerk ausgewertet werden oder wie ein Wort ins Wörterbuch hineinkommt. In der SPRACHREPORT-Reihe „Wörter und Wörterbücher“ stellen Ihnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projekte des Programmbereichs „Lexikographie und Sprachdokumentation“ einige der schönsten Entdeckungen und interessantesten Sachgruppen sowie verschiedene Typen von Fremdwörtern, Lehnwörtern oder Neologismen und diskursrelevanten Begriffen vor, die ihnen bei der Arbeit begegnet sind. Rund um „Wörter und Wörterbücher“ gibt es so viel Neues zu entdecken. Mitte der 1950er-Jahre erfanden die beiden Ingenieure Karl Steinbuch und Helmut Gröttrup ein neues Wort: Informatik. Es erschien zuerst in einem Firmennamen: Die Standard Elektrik AG (SEG) gründete 1956 das „Informatikwerk Stuttgart“. Dort arbeiteten die beiden im Auftrag des Quelle-Versands an der weltweit ersten kommerziellen Datenverarbeitungsanwendung, auf Basis einer speziellen Rechnerarchitektur für die Überwachung des Lagerbestands und die Steuerung der Bestellabwicklung des Versandhauses. Diese war Ende 1956 fertiggestellt und fuhr 1957 als „Informatik-System Quelle“ hoch. Und damit war nicht nur das Wort in der Welt, auch die Informatik war begründet.
| Author: | Dominik BrücknerORCiDGND, Luisa CimanderORCiD |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:bsz:mh39-139401 |
| DOI: | https://doi.org/10.14618/sr-3-2026_brueck |
| ISSN: | 0178-644X |
| Parent Title (German): | Sprachreport |
| Publisher: | Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) |
| Place of publication: | Mannheim |
| Document Type: | Article |
| Language: | German |
| Year of first Publication: | 2026 |
| Date of Publication (online): | 2026/07/20 |
| Publicationstate: | Veröffentlichungsversion |
| Reviewstate: | (Verlags)-Lektorat |
| Tag: | Sprachdokumentation |
| GND Keyword: | Etymologie; Informatik; Lexikografie; Neologismus; Wörterbuch |
| Volume: | 42 |
| Issue: | 3 |
| First Page: | 40 |
| Last Page: | 47 |
| DDC classes: | 400 Sprache / 430 Deutsch |
| Open Access?: | ja |
| Program areas: | Lexik |
| Journals: | Sprachreport / Sprachreport 42 (2026) |
| Licence (German): | Creative Commons - Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland |


