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„Ich spüre so einen Aufschwung gegenüber der Sprache“ – Die Situation der niedersorbischen Sprache und Potenziale ihrer Revitalisierung

  • Der Beitrag stellt eine wissenschaftliche Situationsanalyse für die niedersorbische Sprache vor, die im Vorfeld eines Dialogprozesses erstellt wurde, in dem gemeinsam mit der interessierten Zivilgesellschaft, lokalen Akteur:innen, sorbischen/wendischen und staatlichen Institutionen und Interessenvertretungen, eine Sprachplanungsstrategie für die sorbische Sprache erarbeitet werden soll. Ziel der Studie ist es, den aktuellen Zustand der Sprachvitalität zu erfassen, Potenziale für eine Revitalisierung zu erkunden und Ansatzpunkte für Revitalisierungsmaßnahmen zu identifizieren. Kern der Analyse ist die Erfassung der ‚objektiven‘ und ‚subjektiven‘ ethnolinguistischen Vitalität (EV). Um die subjektive Wahrnehmung der Ist-Situation der niedersorbischen Sprache von verschiedenen sprachpolitischen Akteur:innen zu erfassen, wurden in dieser Studie offene, leitfadengestützte Interviews eingesetzt. Diese erlauben es, auch solche Aspekte zu identifizieren, die nicht mit den sonst üblichen standardisierten Befragungsmethoden erfasst werden können. Als Ergebnis wurden die momentanen Besonderheiten der Sprache und ihrer Sprachgemeinschaft sowie die institutionelle Unterstützung analysiert und in Beziehung gesetzt. Niedersorbisch befindet sich gegenwärtig in einer postvernakulären Phase und wird durch eine Lern- und Neusprechenden-Gemeinschaft getragen. Die qualitative Vorgehensweise eröffnet den Zugang zu wahrgenommenen, positiven Entwicklungen wie verbesserter Spracheinstellungen, sporadisch wieder aufgegriffener Familientransmission oder einer vermehrten Sichtbarkeit der Sprache.
  • This article presents a scientific analysis of the situation of the Lower Sorbian language, which was prepared in the run-up to a dialogue process in which a language planning strategy for the Sorbian language is to be developed in collaboration with interested civil society, local actors, Sorbian/Wendish and state institutions and interest groups. The aim of the study is to assess the current state of language vitality, explore potential for revitalisation, and identify starting points for revitalisation measures. The core of the analysis is the assessment of ‘objective’ and ‘subjective’ ethnolin-guistic vitality (EV). In order to capture the subjective perception of the current situation of the Lower Sorbian language within various language policy stakeholders, open, guided interviews were used in this study. These allow aspects to be identified that cannot be captured using the standardised survey methods that are otherwise commonly used. As a result, the current characteristics of the language and its language community as well as institutional support were analysed and correlated. Lower Sorbian is currently in a post-vernacular phase and is supported by a community of learners and new speakers. However, the qualitative approach opens up access to perceived positive developments such as improved language attitudes, sporadic resumption of family transmission, or increased visibility of the language.

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Metadaten
Author:Julija Běrinkowa, Lutz LaschewskiORCiDGND, Sophie RädelORCiDGND
URN:urn:nbn:de:bsz:mh39-136324
DOI:https://doi.org/10.14618/spr_1_2026_ber
Parent Title (German):Sprachpolitik & Sprachenpolitik
Publisher:IDS-Verlag
Place of publication:Mannheim
Document Type:Article
Language:German
Year of first Publication:2026
Date of Publication (online):2026/01/30
Publicationstate:Veröffentlichungsversion
Reviewstate:(Verlags)-Lektorat
Tag:Ethnolinguistische Vitalität
Ethnolinguistic vitality
GND Keyword:Minderheitensprache; Niedersorbisch; Sorben; Sprachpolitik
Volume:1
Issue:1
First Page:103
Last Page:145
DDC classes:400 Sprache / 400 Sprache, Linguistik
Open Access?:ja
Journals:Sprachpolitik & Sprachenpolitik
Licence (German):License LogoCreative Commons - Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland