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Europäische Sprachenpolitik und ihre Umsetzung in Deutschland am Beispiel des Onlinezugangsgesetzes

  • Plattdeutsch als amtlich zugelassene Verwaltungssprache? Eine Diebstahlsanzeige online auf Niederdeutsch war noch vor wenigen Jahren undenkbar. Doch der Status des Niederdeutschen hat sich erheblich gewandelt. Mit der Zeichnung der Europäischen Sprachencharta erkannte der deutsche Staat Platt 1999 als Sprache an; daraus folgt nun, dass die Verwendung der Regionalsprache in ausgewählten amtlichen Domänen als Option angeboten wird. Eine umfassende Vereinheitlichung und Reform aller Verwaltungsverfahren, gekoppelt an Forderungen wie Vereinfachung, Beschleunigung, Vernetzung und Digitalisierung, bestimmt in Deutschland aktuell die Agenda auf allen Ebenen staatlichen Handelns – von der kommunalen bis hin zur europäischen Dimension. Als zentrales Steuerungsinstrument wirkt dabei das Onlinezugangsgesetz (OZG). Am Beispiel der Regionalsprache Niederdeutsch wird hier erstmals eine Beschreibung der vielfältigen Herausforderungen vorgenommen, die mit einer Domänenverschiebung einhergehen. Schriftlichkeit, überregionale Verständlichkeit und die Möglichkeit zum Aufbau von Terminologien sind zentrale Merkmale, die es zu erfüllen gilt, wenn die Regionalsprache ihrem neuen Status gerecht werden soll. Am konkreten Textbestand der „Online-Wache“ erfolgt ein struktureller Abgleich zwischen den Einträgen in der Ausgangssprache Deutsch und der Zielsprache Niederdeutsch. Bei der Vitalitätsprüfung zeigt sich, dass in allen Fällen sprachangemessene und adäquate Lösungen gefunden wurde. Deutliche Unterschiede lassen sich bei der Auswahl, Frequenz und Verwendung der genutzten Wortbildungsmuster erkennen. Auch sind niederdeutsche Einträge erheblich häufiger verborientiert als die deutschen Vorgaben.
  • Low German as an official language of governmental administration? A few years ago, an online theft report in Low German was still unimaginable. But the status of Low German has altered substantially. By signing the European Language Charter in 1999 the German state accredited Low German as a language; one outcome of this is the fact that the use of the regional language is being provided as an option in a number of official domains. In Germany, currently all kinds of governmental action are affected by extensive steps of harmonization and reformation, necessitating simplification, acceleration, interconnectivity, and digitalization. Such claims affect each and every level of administration, from local to European dimensions. The essential controlling tool for this effort is the OZG. The example of Low German reveales a wide range of challenges rising from the shifting of domains. Literality, supra-regional comprehensibility, and the potential of establishing terminologies, are central features that have to be performed, if the regional language is up to make the grade with its new status. The entries in the „online guard house“ are taken as the basis for a structural comparison between the items in German as the source language, and Low German as the target language. This test of vitality shows that all solutions found were adequate to the propositions as well as to the texture of the Low German language. Distinct differences regard the choice, frequency and use of the selected word formation patterns. Moreover, compared to the source forms given in German, Low German entries are more frequently governed by verbs.

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Metadaten
Author:Jutta EngbersGND, Reinhard GoltzORCiDGND
URN:urn:nbn:de:bsz:mh39-136271
DOI:https://doi.org/10.14618/spr_1_2026_eng
Parent Title (German):Sprachpolitik & Sprachenpolitik
Publisher:IDS-Verlag
Place of publication:Mannheim
Editor:Katharina DückORCiDGND, Heiko F. MartenORCiDGND, Albrecht PlewniaORCiDGND
Document Type:Article
Language:German
Year of first Publication:2026
Date of Publication (online):2026/01/30
Publicationstate:Veröffentlichungsversion
Reviewstate:(Verlags)-Lektorat
Tag:Domänenausbau; Europäische Charta der Regional- oder Minderheitsprachen; Niederdeutsches Verwaltungshandeln; Nutzungsanspruch Niederdeutsch; Online-Wache; Onlinezugangsgesetz
Administrative action in Low German; Expansion of domains; Language of administration
GND Keyword:Digitalisierung; Niederdeutsch; Regionalsprache; Schriftlichkeit; Standardisierung; Terminologiearbeit; Verwaltungssprache; Übersetzung
Volume:1
Issue:1
First Page:6
Last Page:37
DDC classes:400 Sprache / 400 Sprache, Linguistik
Open Access?:ja
Journals:Sprachpolitik & Sprachenpolitik
Licence (German):License LogoCreative Commons - Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland